Projekt Insektenhotel - Phase 3

30.04.2018

Von Birgit Iraschko

Phase 3 - Bau und Vorkultur 

Büschelschön, Kapuzinerkresse, Kürbis und Sonnenblumen werden im Haus vorkultiviert. Bei schönem Wetter dürfen sie raus, die Nächte verbringen sie noch drinnen. Für die Terrasse kaufen wir einen neuen Lavendel.

Heute wird es ernst, wir beginnen mit dem Bau bzw. Befüllen unseres Hotels. Den Papa schicken wir in den Keller um uns eine ganze Litanei Werkzeug zu holen. Wir brauchen: Bohrmaschine, Stichsäge, Zange, Schraubendreher, Hammer, Nägel...... In der Zwischenzeit tragen wir unsere gehorteten Schätze zusammen, entblättern die Zweige und schneiden sie auf die passende Länge. Dann bohren wir in das Hartholz Löcher mit 3 - 5 mm Durchmesser.

Wichtig dabei ist, dass man in das Längsholz bohrt und nicht ins Hirnholz, so wie man es auf beinahe allen Fotos von Insektenhotels sieht. Wenn man die Löcher in das Hirnholz bohrt kommt es zu ausgeprägter Rissbildung. Durch die Risse haben Pilze und Parasiten leichtes Spiel in die Brutzellen zu gelangen. Insekten werden diese Behausung instinktiv meiden - somit wäre die ganze Arbeit umsonst.

Ich muss feststellen: Ich habe keinen konkreten Plan für die "Raumaufteilung". Das Einzige was klar ist; links kommen die Schlitze für die Schmetterlinge rein. Und damit fangen wir auch an und siehe da, der erste Bewohner ist schon vor Baubeginn eingezogen. 

Eine Wespe hat bereits begonnen ein Nest in unseren Holzkasten zu bauen. Der Bauherr ist aber nicht mehr vor Ort, war wohl doch nicht das Richtige....wer will schon in einem Rohbau wohnen?

Der Rest wird ein wenig wie Puzzeln. Probieren, probieren, probieren und einfach mal schauen wie und wo die Teile am Besten reinpassen. Ist gar nicht so einfach eine Wohnung voll möbliert zu vermieten. Nach einigem Hin- und Her ist alles Sperrige drinnen. Nun noch mit dem losen Material auffüllen und die Lücken mit Holzwolle stopfen... aber was ist das? Die Holzwolle hat in der Verpackung Feuchtigkeit erwischt und schimmelt und ist nur noch für die Mülltonne zu gebrauchen!

Wichtig! Generell keine feuchten, schimmligen oder pilzbefallenen Naturmaterialen verwenden.

Also Plan B: Wir füllen die verbleibenden Lücken mit dem restlichen Stroh auf und fertig ist das Schmuckstück.

Der Kater macht noch eine Bauabnahme und befindet es für gut!

Und ganz getreu dem Motto: "Wo gehobelt wird, fallen Späne", müssen wir auch hier Verluste während der Bauphase verzeichnen. Zwar nicht auf unserer Baustelle, sondern auf der des unbeaufsichtigten Gatten, der in der Zwischenzeit den Rasen gemäht hat.... Wobei das Motto dann eher "Wo gemäht wird, fallen Lavendelstöcke" heißen muss! Was soll´s? Ein bisschen Schwund ist immer...und ich wollte eh mal wieder in das Gartencenter zum Shoppen.

Morgen kommt noch etwas Deko auf die Hütte und dann starten wir in Projekt Insektenhotel Phase 4


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